"Frag die Kirche"

Seit Pfingsten 2021 ist das neue Servicetelefon „Frag die Kirche“ im Evangelischen Oberkirchenrat Karlsruhe am Start. Ein Team von Mitarbeitenden beantwortet Fragen wie „Ich möchte mein Kind taufen – wohin muss ich mich wenden?“, „Wie kann ich die Kirchengemeinde wechseln?“ oder nimmt kritische Rückfragen zu aktuellen Themen entgegen. Dieses Angebot ist als ergänzendes und unterstützendes Angebot für Ihre Gemeinde gedacht.

 

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Aktuell

„Sucht in kleinen Dosen“ – Suchtprävention für Schulklassen

Start ist dieses Jahr am 7. März 2022. Und dauert bis 11.März 2022.

Schon fast ein Klassiker. Aber neu aufgemacht.

Suchtprävention anders, näher an den Schüler*innen dran.

Interessant, spannend, kurzweilig und mit viel Mitmachen verbunden.

Das ist „Sucht in kleinen Dosen“.

Egal ob vor Ort an Schulen, der Hochschule Karlsruhe oder im Netz. Seit 2019 gibt es dieses Format auch in Karlsruhe. Zuvor gab und gibt es dieses Modell bereits in Mannheim. Verschiedene Akteure aus der Suchtberatung und -betreuung, Selbsthilfegruppe „Freundeskreis für Suchtkrankenhilfe“, Stadt Karlsruhe, Diakonie und ESB arbeiten eine Woche aktiv mit Schüler*innen unterschiedlicher Schulen zusammen. Was bislang in den Räumen der Hochschule Karlsruhe stattfand, findet nun, Corona-bedingt, an den Schulen statt. Fünf Workshops für 5 Klassen. Jede Klasse durchläuft alle Workshops, die ca. 35-40 min. dauern.

Im Vorfeld beschäftigen sich die einzelnen Klassen mit dem Thema „Sucht“ und liefern einen Beitrag dazu ab.

Mitmachen können Klassen der Stufe 7 und 8.

„Sucht in kleinen Dosen“ findet immer direkt nach den Faschingsferien statt.

Anmelden können Klassenlehrer*innen und Schulsozialarbeiter*innen ihre Klassen, die sie auch begleiten müssen.

Für 2022 sind alle Plätze belegt, aber auch 2023 gibt es wieder „Sucht in kleinen Dosen“. Infos gibt´s bei uns direkt - esb.ekjb@ekiba.de

(ED – ESB 2022)

 

 

„SCHNELL VERFAHREN“

Andacht von Ekki Dreizler zu Beginn des aes-Fachforum 24.-26.1.2022 

 

Ich fahre oft an einem grossen Verkehrsschild bei uns im Tal vorbei. Links führt eine kleine Strasse zu netten Dörfern, geradeaus auf der gut ausgebauten Bundesstrasse geht es Richtung Autobahn und rechts ab in eine holprige Sackgasse zu einem alten Gehöft an einem kleinen Flüsschen.
Fast wie im „richtigen Leben“. Links, der kleine Weg über Dörfer, mittig der zentrale gerade Hauptweg und nach rechts endet der Weg nach wenigen Metern.

Sind wir immer auf dem „richtigen Weg“? Und – ist der grosse breite Weg immer der Richtige?

Manchmal entdecken wir auf den kleinen Wegen des Lebens die interessanten und schönen Dinge – oder auch Menschen. Hier geht es nicht so schnell zu. Es besteht die Möglichkeit zu verweilen, die Natur und die Menschen intensiv kennenzulernen. Manchmal braucht man aber auch den schnellen Weg, den zur Autobahn. Wir stehen in Termindruck, müssen das Projekt fertigstellen. Da muss Strecke gemacht werden, effektiv und zügig.

Und manchmal verfahren wir uns im Leben. Der Weg endet. Er wird immer schmäler, holpriger. Dann endet er an einem Punkt, wo wir nicht mehr wissen, wohin es gehen soll. Wir müssen umkehren. Zurückfahren. Aber hilft dies? Man erreicht irgendwann wieder die breite Strasse. Aber von der kamen wir und wollten einfach davon weg. Im schlimmsten Fall können wir nicht mehr umkehren. Der Weg ist zu schlammig geworden, es besteht keine Wendemöglichkeit. Es gibt scheinbar kein zurück mehr. Aber haben wir nicht die Hoffnung, dass trotz allen Endes der Weg weitergeht. Vielleicht müssen wir das Fahrzeug verlassen. Manchmal muss es ein Wechsel im Leben sein. Dann entdecken wir neue Weg – heraus aus der Sackgasse. Der scheinbar ausweglose Weg entpuppt sich als Neustart. Weg 4.0, wie es nun neudeutsch in der Industrie heisst.

Menschen machen Fehler und landen schnell in Sackgassen. Die Kunst besteht aber darin, diese nicht als ausweglos zu betrachten, sondern gezielt nach neuen Wegen zu suchen.

Auch Jesus Weg verlief nicht gerade auf der Hauptstrasse. Ihn führten immer wieder Wege ab vom Hauptpfad. Er geriet bestimmt auch in Sackgassen. Aber er schaute positiv nach vorn. Meistens. Er suchte nach Lösungen und vor allem nach Menschen, mit denen er diese neuen Wege gemeinsam gehen konnte.

Auch wir müssen schauen, dass wir uns nicht festfahren, den Mut und die Hoffnung verlieren. Anpacken heisst die Devise. Einen klaren Kopf behalten, überlegen, nachdenken und die Lösung kommt. So oder so.

Hilfe naht in den ausweglosesten Situationen. Wir können in unserem Glauben darauf vertrauen, dass wir Lösungen finden. Auf Menschen oder Dinge treffen, die uns aus dieser Ausweglosigkeit helfen. In der Erlebnispädagogik lernt man, auch aus solchen Situationen herauszukommen. Man schafft sich einen Überblick. Geht auf einen Berg oder klettert auf einen Baum. Die Perspektive ändern. Von oben schauen. Das hilft. Perspektivwechsel. Man erkennt in der Ferne vielleicht einen Kirchturm, ein Dorf, das Meer.

Oder man sucht einen Bach, einen Wasserlauf. Dieser führt in einen grösseren. Dieser wiederum in einen noch grösseren. Irgendwann stossen wir auf eine Siedlung. So ist es auch im übertragenen Sinne. Manchmal müssen wir unsere Perspektive wechseln. Einen Flusslauf suchen. Dann kommen wir „irgendwann“ an unser Ziel. Der Weg kann lang und gefährlich sein. Aber wenn man schon zu Anfang den Kopf in den Sand oder Schnee steckt, stirbt man.

Leichter wird es, wenn man nicht alleine ist. Zu zweit sind Sorgen nur noch halb so gross. Reden und austauschen hilft.

Auch Jesus hatte meistens Mitstreiter*innen um sich. Sie unterstützen ihn in seinem Tun und Handeln. Er konnte von ihnen Rat einholen, wusste, dass sie ihn nicht im Stich lassen. Selten entfernte er sich allein, um nachzudenken und Kraft zu schöpfen.

Lassen wir uns in unserem Tun und Handeln nicht ins Boxhorn jagen. Zusammen findet man immer (oder meistens) eine adäquate Lösung. Mitstreiter*innen unterstützen, knobeln mit, regen den Austausch an. So wird aus einem Dickicht ein Trampelpfad, ein kleiner Weg, und irgendwann eine bezaubernde Landstrasse oder schnelle Autobahn.

Aufgeben gilt nicht. Egal bei was im Leben. In jeder Sackgasse steckt ein neuer Weg/Start. Wir müssen die Schilder richtig lesen. Aufmerksam sein, wohin wir „fahren“. Und wenn wir uns verfahren haben, nach Alternativen schauen. Heisst es nicht, alle Wege führen nach Rom. Auch so ist es im Leben.