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Angedacht - Salz der Erde

 GEISTIGER IMPULS – 26.09.2020 gehalten bei der Sitzung der Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Schülerinnen und Schülerarbeit

„WIR sind das Salz in der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit“ – gut, in Matthäus 5, 13 – 16 steht „ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten“. 
Salz brauchen wir Menschen überall. Zum Beispiel in der Küche. Ohne Salz geht gar nichts. Als Geschmacksverstärker, egal ob bei deftigen oder süssen Speisen, es unterstützt den Geschmack, zum Haltbar machen, den Schinken oder Hering. In der Industrie. Die chemische Industrie kommt ohne Salz nicht aus. Selbst der Strassen-Winterdienst braucht Salz. Eigentlich verbrauchen wir viel zu viel Salz. Es schadet der Gesundheit und der Umwelt. Aber wir fördern extrem viel Salz. Deutschland ist einer der grössten Salzproduzenten weltweit (Platz 4).
Salzproduktion kann gemütlich aussehen, in den Salinen Südfrankreichs oder am Atlantik. Oder dem Gradierwerk in Bad Dürkheim. Hier läuft Salzsole über Äste und verdunstet. Übrig bleibt – na klar, Salz. Fast unsichtbar in den Salinen von Bad Reichenhall, wo das kostbare Weiss aus dem Untergrund gespült wird. Oder in den riesigen unterirdischen Hallen z.B. in Bad Friedrichshall bei Heilbronn. 200 m unter Tage. Mit riesigen Maschinen erfolgt der Abbau. Und als Besucher*in kann man fast hautnah mit dabei sein. Gewaltig. 
Was für ein Aufwand. Aber ein Aufwand der sich lohnt. Der gebraucht wird. 
Ohne Salz können wir Menschen und auch Tiere nicht überleben. Wir brauen es. 
So ist es auch mit unserer Religion. Wir brauchen sie. Zum Leben. Sie macht unser Leben lebenswert, spannend, liebenswert. Trägt zur Gemeinschaft mit anderen Menschen bei. Zum Austausch mit Gleichgesinnten. Zur Diskussion mit anderen Menschen und Religionen. Nur, zu viel ist wiederum schädlich. Zu viel kann sogar tödlich sein. Das sah man vor Jahrhunderten und sieht es bis heute. Religionen können friedlich, aber auch sehr gewaltsam sein. Wir müssen lernen, dass wir unser „Salz“ in Maßen einsetzen und den Menschen zu einem guten Geschmack im übertragenen Sinne verhelfen. So wie ein Koch sein Essen, auch mit Salz, würzt, so müssen auch wir würzen. Mit Bedacht und vorsichtig. 

Und so ist es auch mit unserer Arbeit. Wir sind das Salz der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit. Und das an Schulen. Hier treffen wir auf viele verschiedene Menschen. Junge, ältere und alte. Menschen, die der Kirche weit entfernt oder sehr nahe stehen. Hier erreichen wir aber viele. Schüler*innen, Lehrer*innen, Schulsozialarbeiter*innen und natürlich auch Eltern und Familienangehörige. 


Hier fühlen wir uns wohl, die meisten zumindest. Wir haben unsere festen Aufgaben, die wir vor Ort in der Schule erledigen müssen. Bei uns in Baden-Württemberg sind das die Schüler-Mentorenausbildungen, Streitschlichterschulungen, Tage der Orientierung, Klassensprecherausbildungen oder der SMV, Präventionsveranstaltungen, Erlebnispädagogik und Teambuilding, oder auch Demokratieangebote. Hier sollen wir natürlich Neutralität wahren. So will es das Kultusministerium Baden-Württemberg.
Aber, ich mache keinen Hehl daraus, woher ich komme. Ich bin von der evangelischen Kirche in Baden. Das zeige ich anhand meines T-Shirt oder Hoodys nach aussen. Auch meine innere Haltung spiegelt meinen Glauben wider. Egal bei Streit-schlichterausbildungen oder den Demokratieangeboten. Überall scheint mein kirchliches Gemüt durch. Aber ich will die „Suppe“ nicht versalzen. Das Leben würzen. Ins Gespräch kommen.

Dieses Gemüt vergleiche ich nun mit der AHOI-Brause. Die bizzelt, schmeckt lecker, hat verschiedene Geschmacksrichtungen und macht nicht zuletzt gute Laune.
Aber man kann auf AHOI-Brause verzichten, im Gegensatz zum Salz. Salz benötige ich als Mensch, Brause nicht unbedingt.
Aber beides hat seine Berechtigung. Das Eine lebensnotwendig, das andere aber auch. Denn ohne Spass, Bitzel und gutem Geschmack geht es auch nicht.
Ich möchte einfach Sonne, kirchliche Sonne in die Schulen transportieren, wo ich arbeite. Ich möchte meine Freude am Glauben übertragen – nicht aufzwingen. Aber zeigen, dass das Leben auf christlichen Werten toll, spannendend, ausgefüllt, ehrlich und spassig sein kann und darf.

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Der Tag liegt hinter uns. Wir sind k.o. und geplättet von all den Informationen und Meinungen, dem Austausch, den Diskussionen und den tollen, lieben Menschen in der Schüler*innenarbeit bundesweit. Wir kommen aus unterschiedlichen Himmelsrichtungen, von Nord, Ost, Süd und West. Und doch treibt uns alle das gleiche Elixier an. Unser christlicher Glaube. Wir wollen Unterstützer*in, Förderer, Zuhörer*in, Impulsgeber*in, Spassmacher*in, Nachdenkler*in, Vermittler*in und Freund*in sein. 
Eine gewaltig grosse Aufgabe. Und das Tag für Tag. Durch das Lächeln der Menschen um uns und Gott in unserer Mitte schaffen wir die Aufgabe und sie wird nicht zur Last. Denn Lasten können erdrücken. Erdrücktes fängt an zu faulen und ist kapput. Daher müssen wir unsere Kräfte und Gaben intelligent einsetzen. Nur im originalen Zustand sind wir SUPER.

 

Und zum Schluss noch Luthers Abendsegen. Es ist zwar noch nicht Schlafenszeit, aber ich mag diese Worte von Martin Luther.
Luthers Abendsegen:
Das Gebet für den Schluss des Tages
Des Abends, wenn du zu Bett gehst, kannst du dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen:
Das walte Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist! Amen
Darauf kniend oder stehend das Glaubensbekenntnis und das Vaterunser. Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen:
Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, deinen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.
Alsdann flugs und fröhlich geschlafen. 
Ich wünsche euch nun alle einen schönen Samstag Abend und erholsames Wochenende. Bis zum nächsten Treffen der aes.
(ED – ESB 2020)