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Vom Sonnenaufgang

Morgenandacht AES 2021

 

Vom Tag zur Nacht, mit manchmal dunklen Wolken zwischendrin.

Rückblick. Urlaub in den bayrischen Bergen. Langsam erwacht die Umgebung. Die Konturen der Berge werden sichtbar. Immer deutlicher. Aus dem Schatten der Nacht gleitet der Morgen in ein zartes glänzendes Licht, das von sanftem leichten hellgelbem, orangenem, rotem Licht getragen wird. Und dann kommt die Sonne über den Horizont.

… der euch aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht berufen hat. 1. Petrus 2, 9.

Majestätisch, gewaltig. Sie durchflutet mit ihren hellen Strahlen das gesamte weite Tal. Mit den Dörfern unten, den Menschen, Tieren und auch Fahrzeugen. Die Landschaft präsentiert sich in wunderschönen Farben und Formen. Niemals hätten wir uns diesen faszinierenden Anblick, der von vielen Ahhhh und Ohhhh´s begleitet wird, vorstellen können, als es noch dunkel war. Nun kommen wir aus dem Stauen über diese wunderbare Welt nicht mehr heraus.

Die Welt wird immer sichtbarer. Ein Urlaub in den Bergen kann wunderbar sein. Gerne gehe ich hinauf, den Gipfeln entgegen. Die Hektik der Welt hinter einem zu lassen. Die Natur zu Füssen, neben sich, über sich. Was am Abend zuvor in kräftigen Farben leuchtete, das erhebt sich am früher Morgen in sanften Pastelltönen. Auch Jesus entfloh der Welt gelegentlich, indem er sich in die Natur, die Stille absetzte und zurückzog.

Hier ist ein Ort zum Sammeln und Setzenlassen der Gedanken. Jede*r von uns braucht diese Auszeiten. Diese Zeiten der Ruhe, der Stille und Entspannung. Nicht nur in unserer Religion gehören solche Zeiten der Stille dazu, auch in anderen Religionen.

Wir vergessen die Schnelllebigkeit, die Hektik des Alltages um uns herum.

Die Welt dreht sich dann gefühlt langsamer, der Atem und der Herzschlag werden auch langsamer. Luft, viel Luft strömt in die Lunge. Probleme werden kleiner – vielleicht auch nur gefühlt. Durch die Natur und frische Luft lösen sich zwar keine Probleme. Aber wir haben Zeit, nach Lösungen zu schauen und zu suchen. Wir haben bewusst Zeit, uns Gedanken zu machen. Das Dunkel der Nacht hinter uns zu lassen.

Wir nehmen uns oft zu wenig Zeit, die Schönheit des Lebens zu geniessen. Der Blick richtet sich auf das Negative, die Störungen und Probleme im Alltag. Egal ob in der Familie, im sozialen Umfeld oder der Arbeit. Manche Probleme fressen wir in uns hinein. Ein entweichen ist oft nicht möglich. Es staut und sammelt sich. Im schlechtesten Fall entlädt sich das Ganze unter enormem Druck. Und mündet in Situationen, die wir gar nicht wollten. Andere Menschen sind auf uns sauer und wir auch oft auf uns selber. Daher sind Auszeiten für Körper, Geist und Seele enorm wichtig. Für uns und unsere Umwelt. Bei vielen Menschen endet dieser Druck in Herzinfarkt, Schlaganfall, Burn-out oder Depression. Wir müssen wieder lernen, gerade auch in Pandemie-Zeiten, mit anderen zu kommunizieren und uns Lasten von der Seele zu reden. Geteilte Lasten lassen sich besser verkraften. Man bekommt Tipps und Trick von aussen. Lösungsansätze, die wir gar nicht im Blickwinkel hatten. Lasst uns öfter miteinander sprechen. Über die schönen Dinge des Lebens, aber auch über Sorgen und Nöte.

Ein aufgeräumter Geist und Körper sind die beste Medizin.

Gott nimmt uns an die Hand und führt uns im Vertrauen durch´s Leben.

Lassen wir uns darauf ein.

(Break-out Räume für 2 – zum Austausch an diesem Morgen)

(Morgen-Andacht Jahrestagung AES 2021 – ED)