Julia Elben, Pädagogische Mitarbeiterin

Interview Julia Elben 1.9.2020

Hallöchen!

Ich bin Julia Elben und seit dem 1. September bei der ESB als Hauptamtliche mit dabei.

Ich habe die letzten Jahre über in Ludwigsburg Diakoniewissenschaft und Internationale Soziale Arbeit studiert und war währenddessen auch schon ein paarmal als Ehrenamtliche bei TdOs aktiv.

Jetzt bin ich frisch zurück Richtung Heimat gezogen und gründe in Schwenningen eine WG. Wenn ich nicht gerade auf Reisen oder Freizeiten bin, treffe ich mich in meiner Freizeit gerne mit Freund*innen, lese, singe im Chor und gehe raus in die Natur.

Erwartungen an die Stelle? - Was war an der Stellenausschreibung am verlockendsten?

Gereizt hat mich vor allem, dass es bei der Stelle so viel unterschiedliches zu Tun gibt. Ich freue mich darauf, mit Jugendlichen thematisch zu arbeiten, mit ihnen kreativ werden zu können und Angebote zu machen, bei denen man sich selbst entdecken und ausprobieren kann. Super finde ich an der Stelle auch, dass viel im Team mit Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen passiert. Und dann ist da auch so ein bisschen ein Überraschungseffekt, was alles zur Stelle dazu gehört und wo ich meine eigenen Schwerpunkte setzen kann.

Was hast du vor der Stelle bei der ESB gemacht?

Die Stelle bei der ESB ist meine erste „richtige“ Stelle. Davor habe ich an der EH Ludwigsburg studiert und nebenher als Assistenzkraft gejobbt. Viele Erfahrungen konnte ich auch schon in Praktika in der Arbeit mit undokumentierten Migrant*innen, in Familien- und Jugendzentren und durch viel Kinder- und Jugendarbeit als Ehrenamtliche bei der Evang. Jugend Villingen sammeln.

Erwartungen an die Kolleg*innen der ESB?

Ich freue mich auf die Arbeit im Team und hoffe auf humorvolle Besprechungen, gegenseitige Unterstützung und die Möglichkeit, die eigene Kreativität einzubringen.

Finnland, Belgien, Taizé – wie kam es dazu? Die Jahre in denen du studiert hast und im Ausland unterwegs warst, das klingt spannend. Was waren deine schönsten und wichtigsten Erlebnisse dort?

Am Anfang habe ich geschrieben, dass ich die letzten Jahre in Ludwigsburg studiert habe. Das stimmt ehrlich gesagt nur so halb. Da mein Studienfach Internationale Soziale Arbeit heißt, durfte ich zwei Semester im Ausland, genauer in Helsinki, Finnland und Novosibirsk, Russland  verbringen. Wie man sieht, hat es mir nach meinem Freiwilligendienst in Estland die nördliche, eher kühle Ecke angetan. Am schönsten waren in Finnland die Nordlichter, aber auch mein Studienkurs mit Menschen aus der ganzen Welt, die ganz viel eigene Erfahrung besonders beim Thema Migration eingebracht haben. In Russland bleibt mir die Vielfalt und Herzlichkeit der Menschen dort in Erinnerung, und die wunderschöne Reise mit dem Zug zum zugefrorenen Baikalsee. Meine Reiselust liegt wohl in der Familie, wir vereisen alle sehr gerne.

Gibt es Erfahrungen die du aus Finnland, Belgien, Russland … mitbringst, die in die Arbeit der ESB einfließen könnten?

Die Erfahrungen im Ausland machen es mir leichter, Perspektiven zu wechseln, mich auf ganz Neues einzulassen, andere Kommunikationsweisen zu verstehen, meine Überzeugungen in Relation zu setzen und noch ganz viel mehr. Das Leben dort hat meine Persönlichkeit geprägt, von dem her fließen die Erlebnisse auf jeden Fall in die Arbeit der ESB mit ein.

Bei Taizé  denk ich an Frankreich und die Taizé-Lieder im Gottesdienst. Du warst mit „Taizé“ in Belgien. Wie kam es dazu? Was macht Taizé in Belgien?

Die letzten, sehr besonderen Monate zwischen März und Juli 2020 habe ich in Belgien in einer kleinen Taizé-Gemeinschaft gelebt und mich dort in Poverello, einem Willkommensort für Menschen in Not, engagiert. Die Idee war, nach meinem Studienabschluss von Taizé aus zusammen mit zwei anderen Mädels für ein paar Wochen an einen Ort geschickt zu werden, um dort als kleine provisorische Gemeinschaft zu leben. Nach einer coronabedingten Reiseänderung ging es dann nach Brüssel. Im Poverello dort gibt es schon seit ein paar Jahren eine ständige junge Gemeinschaft, die zusammen lebt, Taizé-Gebete macht und sich im sozialen Restaurant engagiert. Besonders war, dass hier alles in einem ist. Von meinem Zimmer aus konnte ich genauso die Kapelle sehen wie die Männer, die auch im Haus wohnten und die wir tagsüber unterstützen. Auch diese ganz besondere Erfahrung, meinen Glauben zu leben und zu teilen wird sicher auf die ein oder andere Weise in meine neue Arbeit mit einfließen.

Wo würdest du noch gerne hinreisen? Und warum?

Eigentlich hätte ich in diesem Frühjahr meine Freiwilligendienststelle in Estland wieder besucht. Da das leider nicht ging, steht das auf jeden Fall auf der Liste für den nächsten Sommer. Und da mein Bruder wohl für ein paar Jahre nach Amerika auswandert, ist eine Reise dorthin vielleicht auch irgendwann dabei. Auch wenn man dort nicht mit meinen bevorzugten Reisemitteln, Bus und Bahn hinkommt.